Klosterburg in der Warteschleife


Avicenna Institut hat ohne Angabe von Gründen Start für College auf Januar 2009 verschoben

Kastl. Zäh hängen die Oktobernebel über der Kastler Klosterburg. Die Sonne hat Mühe, sich durchzukämpfen. Ein durchaus symbolträchtiges Bild. Denn nach wie vor scheint die Zukunft der Burg gut zwei Jahre nach Schließung des Europäisch-Ungarischen Gymnasiums verschleiert. Im September hätte das Avicenna Institut nach eigenen Planungen mit 40 Studierenden beginnen wollen. Doch der Start ist auf Januar 2009 verschoben.

Nach dem langsamen und schmerzhaften Sterben des traditionsreichen Europäisch-Ungarischen Gymnasiums, das im Juni 2006 den allerletzten Abiturientenjahrgang seiner 50-jährigen Geschichte ins Leben entließ, herrschte lange Zeit Rätselraten über die künftige Nutzung der Klosterburg. Eine gemeinnützige Stiftung unter der Führung des Nürnberger Rechtsanwaltes Laszlo Nagy hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, mit einem neusprachlich ausgerichteten Privatgymnasium die Nachfolge anzutreten. 

Im Mai 2007 wähnte man sich bei den Vorbereitungen bereits so weit, dass man mit einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit ging, um das Projekt vorzustellen. Es wurde dabei der Eindruck erweckt, als sei die letztlich noch ausstehende schulaufsichtliche Genehmigung durch das Bayerische Kultusministerium nur Formsache. Bereits für September 2007 wurde die Wiederaufnahme des gymnasialen Schulbetriebes in Kastl mit rund 45 Schülern avisiert. Anmeldungen, so hieß es damals von Geschäftsführerin Krisztina Orbán, lägen aus Österreich, der Schweiz, Ungarn und Russland vor. Auch das Lehrerkollegium unter dem als "pädagogischer Vizedirektor" vorgestellten Gaspar Nemes und dem Amberger Lehrer Rudolf Geiss war größtenteils bereits benannt worden. 

Doch die Gymnasiumsträume zerplatzten wegen der ausbleibenden schulrechtlichen Genehmigung wie eine Seifenblase und hinterließen in Kastl Enttäuschung und Ernüchterung. Bürgermeister Stefan Brauns vorangetragenes "gutes Gefühl" war trügerisch gewesen. 

Deshalb ließ man bei öffentlichen Äußerungen auch Vorsicht obwalten, als sich noch im selben Jahr das in Budapest ansässige Avicenna International College für die Klosterburg interessierte. Nachdem Avicenna die früheren Schulpläne nicht mehr weiter verfolgte, sondern in einer Art Bindeglied zwischen Gymnasium und Hochschule Vorbereitungsseminare für künftige Studenten an internationalen Universitäten anbieten wollte, war das Kultusministerium nicht mehr gefragt. Letztlich ging es nur noch darum, mit der Regensburger Immobiliengesellschaft des Freistaates Bayern, in dessen Besitz sich die Klosterburg befindet, einen Mietvertrag auszuhandeln. 

Der kam dann auch relativ schnell zustande, so dass im Februar 2008 bei einer Pressekonferenz stolz das Ergebnis präsentiert wurde: Avicenna-Präsident Dr. Sharokh MirzaHosseini und der als Vermittler tätige István Pajor, ein früher EUG-Schüler, enthüllten die Pläne. Demnach sollten ab September 2008 die ersten angehenden Studenten auf dem "Kastl Campus" des Avicenna International College einziehen.

Nach eigenen Angaben sollte das College Abiturienten die Möglichkeit bieten, sich in einem oder zwei Jahren auf ein Medizinstudium vorzubereiten und gleichzeitig Englisch zu lernen. In weiteren Schritten sollten künftig Vorbereitungsjahre, wie sie beispielsweise in den Vereinigten Staaten üblich sind, für technische, wirtschaftliche und künstlerische Studiengänge folgen. 

"Nach einigen Renovierungsarbeiten, die bis August beendet sind, soll der Betrieb im September mit zunächst 40 Schülern beginnen", hatte im Februar Dr. Sharok in einem Interview versprochen. Deshalb richteten sich in Kastl den ganzen Sommer über alle Augen auf die Klosterburg. Große Aktivitäten aber waren nicht zu verzeichnen, nachdem der auf 20 Jahre ausgelegte Pachtvertrag mit dem Freistaat Bayern gültig ist. 

Bürgermeister Stefan Braun hat nach eigenem Bekunden zwischenzeitlich keine weiteren offiziellen Informationen über den Stand der Dinge. Seines Wissens nach ist ein aus Kastl stammender deutsch und ungarisch sprechender Hausmeister eingestellt worden. Es seien wohl Möbel bestellt worden, es wurden Maler und Elektriker gesehen und auch eine Heizöllieferung sei eingetroffen. Doch von den angekündigten Schülern keine Spur. 

Bürgermeister Braun ("Ich war seit den Schweppermannspielen nicht mehr droben auf der Burg") hat sich deshalb per E-Mail kürzlich schriftlich an Dr. Sharokh gewandt, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. Die Antwort war kurz und knapp und wenig erfreulich. "Der Start des Colleges ist auf Januar nächsten Jahres verschoben", hieß es lapidar. Gründe wurden nicht genannt. "Das ist für mich nicht befriedigend", so Braun. Für ihn aber stirbt die Hoffnung zuletzt.

 

Quelle: http://www.oberpfalznetz.de 

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Kommentare: 8
  • #1

    Áts Ildikó (Montag, 01 Dezember 2008 04:05)

    Ich wünsche den Kastlern und den neuen Mietern der Burg gute und erfolgreiche Kooperation. Auf daß künftige Schwierigkeiten gemeinschaftlich und in gutem Einvernehmen angegangen und gelöst werden.

    Attila: Cessante causa cessat effectus. Ama et fac quod vis!

  • #2

    Nomen est omen (Mittwoch, 03 Dezember 2008 20:04)

    Attila de Bajtsy írta:"Gott sei Dank ist Schluss mit dem Diktatderder der Pfaffen und sadistischen Perversen. Man sollte dort eine Gedenkstätte für physisch und psychisch missbrauchte Minderjährige eröffnen.
    Schön, dass es das alte Burg Kastl nicht mehr gibt!"
    Sind Sie einer von den Missbrauchten Herr de Bajtsy? Wenn ja, dann sollten Sie einen Interessenverein der "physisch und psychisch missbrauchten" gründen. Nur, um die Gedenkstätte zu verwirklichen und den Kampf gegen der "Pfaffen und sadistischen Perversen" zu führen.
    Nomen est omen

  • #3

    NEO (Mittwoch, 03 Dezember 2008 20:34)

    Remélem, hogy a "Warteschlange" nem "ewige" lesz, de a kastli "Gewerbe" megérdemli. Talán már rájöttek, hogy a magyarokból mekkora hasznuk volt régen.

  • #4

    János (Donnerstag, 04 Dezember 2008 12:35)

    Also ich war acht Jahre lang unter dem Gewahrsam der "Pfaffen", aber weder ich noch die meisten anderen litten darunter. Die Schreckensbilder kamen von aussen, und waren politisch begründet. Wer ist dieser "Attila de Bajtsy" ?!

  • #5

    Pfaffe & Perverse (Freitag, 05 Dezember 2008 12:17)

    Wer ist dieser "Attila de Bajtsy" ?!

    Válasz: http://www.google.com
    Őfelsége Attila I. Cs. Graf de Bajtsy 1978 táján volt a "Pfaffen und sadistischen Perversen" hatalmában Kastlban. Szegény grófocskám, jól megneveltek!?
    http://debajtsy.info/

  • #6

    Még Valami: (Freitag, 05 Dezember 2008 12:48)

    - Conquering the Past: Austrian Nazism Yesterday & Today F. Parkinson - 1989 - Social Science
    -LG Wels - Konkurs Bajtsy Attila Sitvan Csaba de geb.: 25.03.1959, Textilhandel wh.: Traunkai 6, 4820 Bad Ischl 4020 Linz, Rudigierstraße 3 weitere Betriebsanschrift
    Lindaustraße 28, 4820 Bad Ischl.
    Masseverwalter: Dr. Rafaela Zenz-Zajc Rechtsanwalt , 5310 Mondsee.

  • #7

    NK (Freitag, 05 Dezember 2008 12:50)

    Jó meg lett nevelve!

  • #8

    ihsan (Samstag, 12 Dezember 2009 04:18)

    How do I get my education in your school needs